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2. Beschreibung

2.1 Motor

2.1.01 Allgemeine Beschreibung

Als Antriebsquelle für das AWO-Modell 425 dient ein Einzylinder- Viertaktmotor mit einem Hubraum von 250 cm3, bei dem Zylinderbohrung und Kolbenhub gleich groß sind.

Die Achse der Kurbelwelle liegt nicht, wie bei fast allen Kettenmaschinen, quer zur Fahrtrichtung des Motorrades, sondern längs dazu. Infolgedessen dreht sich die Kurbelwelle quer zur Fahrtrichtung, eine Anordnung, die man als Querläufer bezeichnet.

Die Aufhängung des Motors im Rahmen erfolgt durch zwei Bolzen, die in den beiden unteren gelagert sind. Zu diesem Zweck sind an den Rahmenrohren Lagerungen angeschweißt bzw. Verstärkungsmuffen angebracht.

An den Motorblock schließt sich, organisch das Vierganggetriebe an, das durch vier Schrauben (drei Innensechskantschrauben und eine Sechskantschraube) am Motorgehäuse festgehalten wird. Das genaue Fluchten der Achsen von Kurbelwelle und Getriebeantriebswelle wird durch einen großen Zentrierrand erreicht.

Zwischen Motorgehäuse und Getriebegehäuse ist die Schwungscheibe mit der Einscheiben-Trockenkupplung angeordnet.

Bild 2 Antriebsblock der AWO 425
Bild 2 Antriebsblock der AWO 425

Am vorderen Teil des Motorgehäuses ist der Antrieb der Nockenwelle untergebracht. Es schließt sich dann weiter das Elektrikgehäuse an. Dieses dient zur Aufnahme der für die Lichtstromerzeugung und die Zündung erforderlichen Aggregate - Lichtmaschine mit Regler und Magnetzünder. Das Elektrikgehäuse wird durch einen Leichtmetalldeckel abgeschlossen. Um das Eindringen von Fremdkörpern (insbesondere von Spritzwasser und Straßenschmutz) in das Elektrikgehäuse sicher zu vermeiden, wurden eine genügende Anzahl Schrauben vorgesehen und zwischen den Dichtflächen von Motor und Elektrikgehäuse noch eine Papierdichtung angeordnet.

Bild 3 Längsschnitt durch den Motor
Bild 3 Längsschnitt durch den Motor

Bei der Entwicklung des AWO-Motors fanden alle Merkmale neuzeitlichen Motorenbaues Anwendung. Besonderes Augenmerk wurde auf ein gesundes Wärmeverhalten des Motors gelegt. Die Wärmeabfuhr des großen, V-förmigen Leichtmetallzylinderkopfes erfolgt durch den vorbeiströmenden Fahrtwind. Eine Kühlluftleitrippe an der rechten Seite des Zylinderkopfs bewirkt die Umlenkung eines Teiles des Luftstromes, der dann den Zylinderkopf in Querrichtung durchströmt. Dabei werden sowohl die Zündkerze als auch die Wandungen des Verbrennungsraums intensiv gekühlt. Diese Art der Kühlung hat sich im bergigen Gelände und auch auf langen Vollgasstrecken gut bewährt.

Bild 4 Querschnitt durch den Motor
Bild 4 Querschnitt durch den Motor

Um die Reibung aller bewegten Motorteile möglichst gering zu halten, wurden ausschließlich Wälzlagerungen vorgesehen (Schulterkugellager, Rollenlager und Nadellager). Die Kurbelwelle ist in Schulterkugellagern dreimal gelagert. Das Pleuellager ist ein doppelreihiges Zylinderrollenlager eigener Konstruktion, während die Kipphebel nadelgelagert sind. Die hängenden Ventile werden durch je zwei sogenannte Haarnadel-Ventilfedern sicher geschlossen. Als Vergaser kommt jetzt ein Nadeldüsen-Schwimmervergaser zur Anwendung, während früher ein Registerdüsenvergaser eingebaut wurde. Die Ableitung der Verbrennungsgase erfolgt über ein Auspuffrohr mit angeschlossenem Schalldämpfer.

Er will daher auch als solcher behandelt werden. Für den Fahrer heißt das: die Gänge voll auszufahren und an Steigungen rechtzeitig herunterzuschalten.

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