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2.1.09 Motorschmierung

Die Motorschmierung erfolgt durch Drucköl, welches sich in dem als Ölwanne ausgebildeten unteren Teil des Motorgehäuses sammelt und von hier mittels Ölpumpe an alle Schmierstellen gefördert wird.

Die Zahnradölpumpe ist infolge ihres einfachen Aufbaus vollkommen betriebssicher und wartungsfrei. Vor dem Ansaugstutzen der Pumpe befindet sich ein feinmaschiges Sieb, welches die gröbsten Verunreinigungen abhält. Der Öldruck ist durch Verdrehen einer Regelschraube an der Ölpumpe einstellbar. Er beträgt etwa 1,8 atü. Es nicht ratsam, die vom Herstellerwerk vorgenommene Einstellung zu ändern.

Die Pumpe drückt das Schmieröl zunächst in eine Ausdrehung im Kurbelwellenlagerdeckel. Von hier gelangt ein Teil der Ölmenge über Bohrungen in der Kurbelwelle und im Kurbelbolzen in das Pleuellager und versorgt danach die Kolbenlaufbahn mit Schleuderöl.

Infolge der hohen Umlaufgeschwindigkeit und der dabei auftretenden Fliehkräfte bildet sich ein feiner Ölnebel, der das Motorgehäuse ganz ausfüllt und alle nicht unmittelbar im Ölstrom liegenden Teile schmiert, also z. B. den Kolbenbolzen, das hintere Kurbelwellenlager, die Nockenwellenlager usw.

Von der Ausdrehung im Kurbelwellenlagerdeckel führt eine weitere Ölleitung durch das Motorgehäuse nach dem vorderen rechten Zugankerdurchgangsloch des Zylinders. Dieses Durchgangsloch ist zugleich die Steigleitung für den Ölstrom, der zur Schmierung der Kipphebellager dient. Dieser Ölstrom teilt sich an der Trennfuge-Zylinderkopf, steigt nunmehr in beiden rechten Zugankerdurchgangslöchern des Zylinderkopfs hoch und gelangt über entsprechende Bohrungen in die Kipphebellager. Hier tritt das Öl seitlich aus, schmiert die Ventilfedern und die Ventilführungen, sammelt sich dann in den beiden Ventilkammern und läuft von da über Ölrücklaufkanäle in die beiden Stoßstangenlöcher.

Auf seinem weiteren Weg schmiert das rücklaufende Öl die Ventilstößel, die Nockengleitflächen und den Ölpumpenantrieb und läuft dann in die Ölwanne zurück. Beim Rücklauf des Öles vom Zylinderkopf in den Ölsumpf gibt es einen Teil der im Zylinderkopf aufgenommenen Wärme wieder ab und wird auf diese Weise gekühlt.

Zur Schmierung der Zahnflanken der Steuerräder wurde die Steigleitung des Ölstroms im Kurbelwellenlagerdeckel düsenartig angebohrt, so daß dauernd ein feiner Ölstrahl auf den Zahnkranz des Ritzels gerichtet ist. Auf diese Weise sind die beiden Steuerräder dauernd geschmiert. Das überschüssige Öl wird von den Rädern abgeschleudert und läuft wieder in die Ölwanne zurück.

Die erforderliche Ölmenge im Motor ist vorhanden, wenn der Ölspiegel zwischen den beiden Marken des Ölkontrollstabes steht. Der Ölstand darf weder unter der unteren Marke noch soll er über der oberen Marke liegen. Zur Kontrolle des Ölstandes, die zweckmäßig bei jedesmaligem Tanken vorgenommen wird, ist lediglich der Ölkontrollstab nach oben herauszuziehen; gegebenenfalls ist der Ölvorrat zu ergänzen.

Bei neuen Maschinen ist das Öl mindestens alle 250 km und nach 1000 km Fahrstrecke zu wechseln. Zu diesem Zweck entfernt man die Ölablaßschraube und lockert den Ölkontrollstab. Nachdem das Öl (bei warmem Motor) vollkommen abgelaufen ist, spült man mit dünnem Spülöl durch, um alle Fremdkörper zu entfernen. Auf keinen Fall darf zum Spülen Petroleum oder Benzin verwendet werden. Nach dem Durchspülen füllt man den Motor wieder mit frischem Motorenöl in der vorgeschriebenen Menge.

Es empfiehlt sich, bei den ersten Ölwechseln auch den Ölwannendeckel abzuschrauben, da sich hier der infolge des Einlaufvorgangs entstehende Abrieb, vor allem winzige Metallteilchen, niederschlägt. Nach dem Reinigen des Deckels und des Ölsiebes wird die Ölwanne wieder verschlossen. Dabei ist auf gleichmäßiges Anziehen der Schrauben zu achten.

Bei eingelaufenen Maschinen ist der Ölwechsel alle 2000 km vorzunehmen. Die Ölmenge beträgt etwa 1,3 l. Es wird dringend empfohlen, nur bestes Markenöl zu verwenden. Die Ölzähigkeit soll
        im Sommer   10°....12° E bei 50° C,
        im Winter       6°....   8° E bei 50° C
betragen.

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