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2.23 Getriebe

Das Schaltgetriebe der AWO 425 ist ein 4-Gang-Zahnradgetriebe mit Fußschaltung, Hilfshandschalthebel und elektrischer Leerlaufanzeige. Es besteht im wesentlichen aus fünf Räderpaaren, der Antriebs- und der Abtriebswelle und einer Hohlwelle sowie aus der Kickstarteranlage. In Bild 25 ist die Anordnung der Radsätze und der Kickstarteranlage schematisch wiedergegeben, wobei die Zahnräder in Leerlaufstellung dargestellt sind.

Bild 25 AWO-4-Gang-Getriebe (Schieberäder in Leerlaufstellung)
Bild 25 AWO-4-Gang-Getriebe (Schieberäder in Leerlaufstellung)

Der vordere Wellenstumpf der Getriebeantriebswelle hat eine Keilwellenverzahnung, die in eine entsprechende Nabe der Kupplungsscheibe eingreift. Auf der Antriebswelle läuft auf 2 x 27 Lagernadeln die Hohlwelle. Diese hat außen auf ihrer ganzen Länge ebenfalls ein Keilwellenprofil, auf dem vier Getrieberäder angeordnet sind.
Das vordere Rad sitzt fest auf der Hohlwelle und treibt diese entsprechend dem Übersetzungsverhältnis der Vorgelegeräder an. Das zweite und vierte Rad auf der Hohlwelle ist je ein Losrad. Zwischen beiden sitzt ein Schieberad, das nach beiden Seiten schiebbar ist. Es greift mit seinen Schaltklauen in die entsprechenden Aussparungen der beiden Losräder ein und stellt somit kraftschlüssige Verbindungen her.
Die Antriebswelle hat ebenfalls ein Schieberad, rechts und links davon je ein Losrad sowie ein fest auf der Welle sitzendes Rad (Festrad).
Auf dem hinteren Wellenstumpf der Abtriebswelle sitzt auf einem Kegel der innere Mitnehmer des Gummitrockengelenkes. Dieser hat eine Schneckenverzahnung, die mit einem kleinen Schneckenrad zusammenläuft. Von diesem wird über eine biegsame Welle das Tachometer angetrieben.
Die Schaltung der einzelnen Getriebestufen erfolgt durch axiale Verschiebung der beiden Schieberäder mittels zweier Schaltgabeln. Die Steuerung derselben geschieht durch eine Kurvenscheibe über entsprechende Zwischenhebel.
An der Kurvenscheibe ist gleichzeitig der Kontaktgeber für die elektrische Leerlaufanzeige angebracht. In Leerlaufstellung leuchtet die grüne Kontrollampe im Scheinwerfer auf. Der Handschalthebel erleichtert das Auffinden des Leerlaufs.
Alle Getrieberäder stehen in dauerndem Eingriff. Auch das Kickstarterrad dreht sich bei laufendem Getriebe ständig leer auf der Kegelradwelle. Wird zum Anwerfen des Motors der Kickstarterhebel betätigt, so wird über die Kickstarterwelle und das Kegelrad die Kegelradwelle in Drehung versetzt. Auf einem Keilprofil der Kegelradwelle ist axial verschiebbar die Mitnehmerhülse angeordnet. Bei Drehung der Kegelradwelle drückt sie sich an zwei feststehenden Bolzen ab, greift in die Mitnehmerverzahnung des Kickstarterhebels ein und setzt dieses in Drehung. Das Kickstarterrad überträgt die Drehbewegung auf das Zahnrad auf der Hohlwelle, wodurch über die Vorgelegeräder die Antriebswelle und damit der Motor angetrieben wird.
Beim Loslassen des Kickstarterhebels bringt die Kickstarterfeder den Kickstarter wieder in die Ausgangsstellung zurück. Dabei nimmt auch die Mitnehmerhülse wieder ihre Normallage ein, und das Kickstarterrad läuft wieder leer auf der Welle.
Der Kickstarterhebel hat einen Außenanschlag. Am linken, unteren Rahmenrohr ist eine Blechaufnahme angeschweißt, die einen Gummipuffer aufnimmt. Beim Loslassen des Kickstarterhebels schlägt dieser mit einer Nase an diesen Gummipuffer an.
Zur Schmierung der Lagerstellen und Zahnflanken der Getrieberäder wird dünnflüssiges Motorenöl verwendet (Zähigkeit 6o...8o E bei 50o C). Fett-Öl-Gemische oder dickflüssige Getriebeöle (Ambroleum usw.) sind ungeeignet und können zu Getriebeschäden führen. Die Ölmenge beträgt etwa 1,1 Liter. Der Ölstand ist dann richtig, wenn der Ölspiegel bis zu den Gewindegängen des Öleinfüllstutzens am Fußschaltflansch des Getriebegehäuses reicht.
Bei diesem Ölstand tauchen das Kickstarterrad und drei Räder auf der Hohlwelle in das Öl ein. Bei ihrer Drehung schleudern sie anhaftendes Öl nach oben, wobei es zerstäubt und der entstehende Ölnebel alle Gleitstellen schmiert.
Für die Ölversorgung der Lagernadeln der Hohlwelle wurde ein besonderes Schmiersystem in Form von Ölbohrungen und Ölführungsnuten vorgesehen. Darüber hinaus wird bei der Montage der Raum zwischen Antriebswelle und Hohlwelle zur Hälfte mit Kugellagerfett ausgefüllt. Die Öldichtheit des Getriebes wird durch Anordnung von Dichtungen an den Durchtrittsstellen der Wellen erreicht. Antriebs- und Abtriebswelle laufen auf Schulterkugellagern. Die Getrieberäder und Wellen bestehen aus legierten Einsatzstählen.

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