zum vorherigen Abschnitt

2.32 Vordergabel

Die Vorderradfederung der AWO 425 erfolgt durch eine Teleskopgabel mit hydraulischer Stoßdämpfung (Bild 27). Der Federbein der Gabel hat eine Tragfeder und eine Pufferfeder. Die Tragfeder übernimmt die eigentliche Federungsarbeit. Auf ihr stützt sich der auf die Vorderachse entfallende Anteil des Fahrzeuggewichts ab. Die Pufferfeder hat lediglich die Aufgabe, ein Durchschlagen der Gabel zu verhindern. Sie tritt dann in Aktion, wenn schlechte Straßen befahren werden und das Vorderrad plötzlich in ein Schlagloch hineinschlägt. Dadurch wird die Maschine im freien Lauf gehemmt, und durch das Bestreben des Fahrzeugs, seine ursprüngliche Bewegungsrichtung beizubehalten, tritt eine Verlagerung der Achsdrücke ein. In gleichem Maße wie das Hinterrad entlastet wird, wird dabei das Vorderrad belastet, wodurch die Gabel tiefer als normal einfedert und sich die Tragrohre dann auf die Pufferfeder aufsetzen.

Bild 27 Schnitt durch die Teleskopgabel
Bild 27 Schnitt durch die Teleskopgabel

Jedes Federbein der Gabel besitzt einen hydraulischen Stoßdämpfer, der mit Stoßdämpferöl arbeitet. Der Stoßdämpfer ist nur beim Ausfedern des Rades wirksam, während das Einfedern ungedämpft erfolgt. Die Ölmenge beträgt je Federbein 80 cm3. Jedes Federbein hat eine Öleinfüll- und eine Ölablaßschraube. Das Öleinfüllen geschieht mit Hilfe eines entsprechend ausgebildeten Trichters. Da dieser in den meisten Fällen nicht zur Hand ist, empfiehlt es sich, das Öl von oben in die Federbeine einzufüllen. Dazu ist der Lenker mit Schutzkappe abzunehmen und die beiden Muttern beim Tragrohr abzuschrauben.

Das Ablassen des Öles erfolgt durch Herausschrauben der Ablaßschrauben an den beiden Gabelfüßen. Beim Wiedereinschrauben darf das Zwischenlegen der entsprechenden Dichtungen nicht vergessen werden. Im normalen Fahrbetrieb wird die Gabel bei einwandfreiem Zustand der Abdichtelemente praktisch kein Öl verlieren. Dagegen kann es in schwerem Geländebetrieb durchaus einmal möglich sein, daß geringe Mengen Öl an den Dichtungen vorbei nach außen treten. Es kann weiterhin möglich sein, daß dabei die beiden Federbeine ungleich Öl verlieren und somit auch eine ungleiche Dämpferwirkung eintritt. Da man den Ölstand in den beiden Federbeinen nicht unmittelbar überprüfen kann, läßt man das Öl ab und füllt dann jeweils gleiche Mengen wieder ein.

zum nachfolgenden Abschnitt